Monat: Juni 2017

Herrenberger Team Agenda 2020 erobert die Schweiz beim SWISSMAN Xtreme Triathlon

Am vergangenen Samstag um 5 Uhr früh des 24. Juni 2017 läuteten mitten auf dem Lago Maggiore bei den Brissago Inseln die Kuhglocken als Startsignal für einen der härtesten Triathlons weltweit. „Die spektakuläre Strecke des SWISSMAN Xtreme Triathlons führt von den Palmen in der Südschweiz über die drei Alpenpässe Gotthard, Furka und Grimsel ins Berner Oberland bis hoch zum ewigen Eis der Jungfrau“1(Zitat von http://www.suixtri.com/race-course/).

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Bei diesem Ironman-Triathlon über die Alpen sind jedes Jahr nur 250 Teilnehmer zugelassen. Somit hatte der Agenda 2020 Triathlet Johannes Schwering im November 2016 Glück und wurde aus über 1000 Bewerbungen für einen Startplatz gelost.

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die Agenda 2020 Crew: Athlet Johannes und Supporter Sophie & Nik

Für die drei Herrenberger Sophie Bayreuther, Niko Kruckenberg und Johannes Schwering klingelte der Wecker am Wettkampftag jedoch bereits um 2 Uhr mitten in der Nacht. Nach einem schnellen Kaffee und kleinem Frühstück wurde das Dach des Mercedes-Campers eingeklappt um die 5km vom Campingplatz nach Ascona an den Lago Maggiore zu fahren. Dort musste das Rennrad in der ersten Wechselzone zwischen 3 und 4 Uhr platziert werden, anschließend folgte ein kurzer ca. 1km langer Fußmarsch zur Ablegestelle im Hafen von Ascona. Während Schwering mit allen anderen Athleten per Fähre für den Start zu den Brissago Inseln auf den See gefahren wurde bereiteten seine Support Crew Sophie und Nik die Wechselzone weiter vor.

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ca. 5 Minuten nach dem Start: die Sicht auf Ascona von den Brissago Inseln aus

19693452_1772002756150843_3555799854291858844_oPünktlich um 5 Uhr begann ein überdimensional großes Blinklicht am Seeufer in Ascona als Orientierung zu leuchten und die Teilnehmer durften mitten auf dem See ihre Reise über 3,8km schwimmen, 180km Rad fahren und den abschließenden Marathon mit 42,2km beginnen.

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Das Streckenprofil

 

Bereits nach einer knappen Stunde kam Schwering auf Platz 4 des Gesamtfeldes aus dem Wasser und konnte schnell auf die zweite Disziplin, das Radfahren wechseln. Jetzt wartete die traumhaft schöne Strecke über die Alpen mit insgesamt 3700 Höhenmetern verteilt auf 180km auf die Herrenberger. Bei diesem Event sind allein die eigenen Supporter für die Verpflegung ihres Athleten zuständig. In regelmäßigen Abständen von 1-2 Stunden wurde Schwering an Parkplätzen entlang der Strecke von seiner Crew empfangen. Durch die Erfahrung von Kruckenberg, selbst Ironman-Triathlet, und Bayreuther als Schwerings ständige Begleiterin bei verschiedensten Sportevents standen immer die richtigen Getränke, Energieriegel oder Kleidungsstücke zur Verfügung. Dank dieser perfekten Unterstützung konnte Schwering sich auf das Fahren konzentrieren und mit seinen Kräften gut haushalten, was bei diesem anspruchsvollen Streckenprofil essenziell war. Durch das professionelle und gute Organisationsteam des SWISSMAN konnten selbst Unwägbarkeiten durch schreckliche Unfälle mit Vollsperrungen auf der Strecke überwunden werden und Schwering erreichte die 2.Wechselzone am Ufer des Brienzer Sees nach 8 Stunden auf dem Rad gegen 14 Uhr.

Der Gotthard-Pass

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Gotthard – climb auf der legendären Tremola (alte Kopfsteinpflaster-Passstraße)

Der Wechsel in die Laufschuhe gelang ebenfalls problemlos. Von nun an begleitete Kruckenberg seinen Athleten auf dem Mountainbike und mit Rucksack auf dem Rücken der voll mit Energie-Gels sowie Radflaschen bestückt war. Da die Temperaturen bereits seit dem frühen Morgen über 25 sowie tagsüber über 30 Grad betrugen war die regelmäßige und ausreichende Wasserzufuhr inkl. Salzzugabe regelrecht überlebensnotwendig und neben der ausreichenden Ernährung eine Schlüsseldisziplin um das Ziel zu erreichen.

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Im Schlussanstieg

Die Laufstrecke hielt ebenso wie die Radstrecke landschaftlich einige Highlights bereit wie z.B. das unterqueren der Giessbachfälle – dies nutzte sicher nicht nur Schwering um den Kopf kurz zur Kühlung von unten in den Wasserfall zu strecken. Der ständige Wechsel zwischen extremen Steigungen und kurzen Gefällen auf wechselndem Untergrund verlangte den Athleten sowohl körperlich als auch mental alles ab, da ein gleichmäßiges und rhythmisches Laufen ausgeschlossen war. Die ca. 800 zu bewältigenden Höhenmeter auf den ersten 33km bis Grindelwald wären einzeln für einen Marathon schon eine echte Herausforderung. Der SWISSMAN krönt diesen Bergmarathon dann aber noch durch den Schlussanstieg über 9km und 1100 Höhenmeter von Grindelwald bis hinauf auf die kleine Scheidegg. Bei dieser Schlussetappe musste Kruckenberg Schwering zu Fuß begleiten; ebenfalls waren Rucksäcke mit minimaler Bergausrüstung und Verpflegung für Supporter und Athlet vorgeschrieben. Trotz Steigungen von über 30% und dem gefühlt quälend langsamen vorankommen behielten die beiden Agenda 2020 Triathleten weitgehend ihre gute Laune. Der stetige Fernsupport durch Familie und Freunde per WhatsApp pushte beide unermüdlich vorwärts und motivierte in den wenigen flachen Passagen sogar wieder zum Joggen, wodurch die beiden nochmal mehrere andere Teams überholen und Plätze gut machen konnten. Gut 200 Meter vor dem Ziel wurde die Crew wieder durch Bayreuther komplettiert. So konnten die drei Herrenberger das gemeinsame Finish nach knapp 15 Stunden sowie als 40. Team im Gesamtfeld zusammen genießen und beendeten damit einen sehr sehr langen aber dafür schier unbeschreiblich schönen Wettkampftag zusammen.

Danke für dein Interesse und bis zum nächsten Event 🙂

Iron-Jo & SWISSMAN Finisher 2017

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Unser gemeinsames Team-Finish nach 15 Stunden, 226 km und 5500 Höhenmetern

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Nach der Finisher-Zeremonie: jeder mit seinem verdienten Finisher- bzw. Supporter- T-Shirt

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